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Raumklima

CO2 in Innenräumen: Ab wann wird die Luft ungesund?

2. August 2026 5 Min. Lesezeit Fachredaktion Wohnungstechnik.de
Kleines Luftqualitätsmessgerät auf einem Schreibtisch im Homeoffice, abstrakte Anzeige ohne Zahlen – Ratgeber co2 raumluft grenzwerte

Wir sehen Kohlendioxid nicht, wir riechen es nicht, und trotzdem entscheidet der CO2-Gehalt der Raumluft jeden Tag mit darüber, wie konzentriert, wach und wohl wir uns in unseren vier Wänden fühlen. Gerade in gut gedämmten, dichten Wohnungen steigt die Konzentration in geschlossenen Räumen schneller, als die meisten vermuten, im Schlafzimmer über Nacht oder im Homeoffice nach ein paar Stunden am Schreibtisch. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die CO2-Raumluft-Grenzwerte: Sie sagen Ihnen, ab wann die Luft nur noch verbraucht ist und ab wann sie tatsächlich ungesund wird.

In diesem Ratgeber erklären wir, welche ppm-Werte als unbedenklich, auffällig und inakzeptabel gelten, welche Symptome bei steigender Konzentration auftreten, wie Sie den CO2-Gehalt zuverlässig messen und mit welchen Maßnahmen Sie ihn dauerhaft senken. So können Sie die Luftqualität in Ihrem Zuhause objektiv einschätzen, statt sich auf das Gefühl zu verlassen.

Warum der CO2-Gehalt in Innenräumen ansteigt

Kohlendioxid entsteht in Wohnräumen vor allem durch uns selbst: Jeder Mensch atmet es kontinuierlich aus. In der freien Außenluft liegt die Konzentration derzeit bei rund 420 ppm (parts per million, also Teile pro Million Luftteilchen). Sobald sich mehrere Personen in einem geschlossenen Raum aufhalten, reichert sich die Luft an, und der Wert klettert je nach Raumgröße, Personenzahl und Lüftung innerhalb von ein bis zwei Stunden deutlich nach oben.

Verschärft wird das Ganze durch moderne Bauweise. Dichte Fenster und eine gute Wärmedämmung sparen Heizkosten, verhindern aber auch den unkontrollierten Luftaustausch über Fugen, den ältere Gebäude von selbst hatten. Ohne bewusstes Lüften oder eine mechanische Lüftung bleibt die verbrauchte Luft im Raum. CO2 ist dabei ein idealer Indikator: Steigt es, steigen in aller Regel auch Feuchtigkeit, Gerüche und andere Ausdünstungen. Wer den CO2-Wert im Griff hat, hat meist die gesamte Luftqualität im Griff.

CO2-Grenzwerte für die Raumluft: die wichtigsten Werte

Der bekannteste Orientierungswert geht auf den Chemiker Max von Pettenkofer zurück, der bereits im 19. Jahrhundert die Grenze von 1.000 ppm als Schwelle für gute Innenraumluft beschrieb. Diese sogenannte Pettenkofer-Zahl gilt bis heute als Faustregel. Das Umweltbundesamt hat sie in eine differenziertere Bewertung überführt, die sich in Deutschland durchgesetzt hat:

CO2-Konzentration Bewertung Empfehlung
bis 1.000 ppm hygienisch unbedenklich gute Luftqualität, kein Handlungsbedarf
1.000 bis 2.000 ppm hygienisch auffällig lüften, Luftaustausch erhöhen
über 2.000 ppm hygienisch inakzeptabel sofort und intensiv lüften

Für Räume, in denen konzentriert gearbeitet oder geschlafen wird, also Büros, Klassenzimmer und Schlafräume, gilt ein Mittelwert von rund 1.000 ppm als Ziel. Die österreichische Arbeitsgruppe Innenraumluft hat 2024 sogar einen ambitionierteren Zielwert von 800 ppm für Räume mit dauerhaftem Aufenthalt empfohlen. Als grobe Merkregel können Sie sich merken: Alles unter 1.000 ppm ist gut, ab 1.000 ppm sollten Sie handeln, und ab 2.000 ppm ist die Luft eindeutig zu verbraucht.

Ab wann wird die Luft ungesund? Symptome nach CO2-Gehalt

Die Grenzwerte sind keine willkürlichen Zahlen, sie spiegeln wider, wie unser Körper reagiert. Bis etwa 1.000 ppm fühlen sich die meisten Menschen frisch und leistungsfähig. Zwischen 1.000 und 1.400 ppm treten häufig die ersten spürbaren Effekte auf: Die Konzentration lässt nach, man wird schneller müde, und die Aufmerksamkeit sinkt, oft ohne dass die Betroffenen die Ursache bemerken.

Steigt der Wert weiter über 1.400 ppm, kommen bei vielen Menschen Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und ein deutliches Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit hinzu. Studien zeigen, dass typische Denk- und Entscheidungsaufgaben bei hohen CO2-Konzentrationen messbar schwerer fallen. Jenseits von 2.000 ppm spricht man von inakzeptabler Luft: Hier sind Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen die Regel. Wichtig ist die Einordnung: In üblichen Wohnräumen werden keine akut lebensgefährlichen Werte erreicht, es geht um Wohlbefinden, Schlafqualität und Leistungsfähigkeit, nicht um eine unmittelbare Vergiftungsgefahr. Genau diese schleichenden Effekte machen einen guten Luftaustausch aber so wertvoll.

CO2 messen: So behalten Sie die Raumluft im Blick

Da man CO2 nicht wahrnimmt, ist ein Messgerät die einzige verlässliche Möglichkeit, den tatsächlichen Wert zu kennen. Gute CO2-Ampeln und Sensoren arbeiten mit einem NDIR-Sensor (nichtdispersive Infrarotmessung) und zeigen den ppm-Wert entweder als Zahl oder als einfaches Ampelsystem an: Grün bedeutet gute Luft, Gelb heißt lüften, Rot signalisiert dringenden Handlungsbedarf.

Besonders sinnvoll ist die Messung dort, wo Sie sich lange aufhalten: im Homeoffice, im Schlafzimmer und in Kinderzimmern. Achten Sie beim Kauf auf einen echten NDIR-Sensor, denn viele günstige Geräte schätzen den CO2-Wert nur aus anderen Messgrößen und liefern ungenaue Ergebnisse. Ein gut platziertes Gerät auf Kopfhöhe, nicht direkt neben Fenster oder Tür, macht schnell sichtbar, wie stark die Konzentration im Tagesverlauf schwankt, und liefert Ihnen den perfekten Anlass, rechtzeitig für frische Luft zu sorgen.

CO2 dauerhaft senken: richtig lüften und mechanische Lösungen

Die schnellste Maßnahme ist konsequentes Stoßlüften: Fenster für einige Minuten weit öffnen, idealerweise mit Durchzug, damit die verbrauchte Luft komplett gegen frische ausgetauscht wird. Gekippte Fenster bringen dagegen kaum Luftaustausch und kühlen im Winter nur die Wände aus. Als Faustregel gilt: In genutzten Räumen mehrmals täglich stoßlüften, im Schlafzimmer vor dem Zubettgehen und morgens direkt nach dem Aufstehen.

Wer den CO2-Gehalt nicht ständig von Hand steuern möchte, setzt auf eine mechanische Lösung. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung tauscht die Luft kontinuierlich und automatisch aus, ohne dass Heizwärme verloren geht, und moderne Geräte regeln die Leistung sogar CO2-abhängig. Für einzelne Räume eignen sich dezentrale Geräte, für die ganze Wohnung eine zentrale Anlage. Ergänzend verbessern Luftreiniger zwar Partikel und Gerüche, senken den CO2-Wert selbst aber nicht, dafür ist immer ein echter Luftaustausch nötig. Eine passende Auswahl an Geräten und Zubehör finden Sie in unserer Kategorie Lüftung. Wie ein gesundes Raumklima insgesamt gelingt, lesen Sie außerdem in unserem Ratgeber Gesundes Raumklima, und wie Sie das Thema Feuchtigkeit im Griff behalten, zeigt der Beitrag zur optimalen Luftfeuchtigkeit.

Häufige Fragen

Welcher CO2-Wert ist im Schlafzimmer noch in Ordnung?

Für einen erholsamen Schlaf sollte der CO2-Gehalt möglichst unter 1.000 ppm bleiben. In geschlossenen Schlafzimmern wird dieser Wert über Nacht oft überschritten. Lüften Sie deshalb kurz vor dem Schlafengehen kräftig durch oder sorgen Sie über eine Lüftungsanlage für kontinuierlichen Luftaustausch.

Ist CO2 in der Wohnung gefährlich?

In normalen Wohnräumen entstehen keine akut giftigen Konzentrationen. Erhöhte Werte über 1.000 bis 2.000 ppm führen aber zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es geht also um Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, nicht um eine unmittelbare Vergiftungsgefahr.

Wie schnell steigt der CO2-Wert in einem Raum?

Das hängt von Raumgröße, Personenzahl und Lüftung ab. In einem kleinen, geschlossenen Büro mit zwei Personen kann der Wert bereits nach ein bis zwei Stunden die 1.000-ppm-Marke überschreiten. Regelmäßiges Stoßlüften oder eine automatische Lüftung halten ihn dauerhaft niedrig.

Senkt ein Luftreiniger den CO2-Gehalt?

Nein. Luftreiniger filtern Partikel, Pollen und teils Gerüche, entfernen aber kein CO2 aus der Luft. Um den CO2-Wert zu senken, ist immer ein echter Luftaustausch nötig, entweder durch Lüften oder durch eine Lüftungsanlage.

Fazit

Der CO2-Gehalt ist der einfachste und aussagekräftigste Indikator für gute Raumluft. Als Orientierung gilt: bis 1.000 ppm unbedenklich, zwischen 1.000 und 2.000 ppm auffällig und lüftungsbedürftig, über 2.000 ppm inakzeptabel. Wer diese Werte kennt und mit einem Messgerät im Blick behält, erkennt sofort, wann frische Luft nötig ist. Konsequentes Stoßlüften löst das Problem kurzfristig, dauerhaft und komfortabel sorgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für gleichbleibend gute Luft. Passende Lüftungsgeräte, Sensoren und Zubehör für ein gesundes Raumklima finden Sie im Sortiment von Wohnungstechnik.de.

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Frequently Asked Questions

Everything important about home technology, answered concisely.

What is meant by home technology?

Home technology, also known as building services or Technical Building Equipment (TGA), covers all systems that provide and control heat, cooling, air and water in a building. This includes heating (e.g. heat pumps), air conditioning and cooling, ventilation (e.g. ventilation systems), plumbing as well as piping and drainage systems. Modern systems with control and smart-home technology ensure energy efficiency, a healthy indoor climate, comfort and everyday safety.

What benefits does modern home technology offer?

Modern home technology offers numerous benefits for owners and tenants:

  • Energy savings through efficient heating and air-conditioning systems
  • Healthier indoor climate through ventilation systems and air purifiers
  • Comfort & safety thanks to intelligent control systems (smart home)
  • Sustainability through heat pumps, solar systems and optimised water use
  • Increased property value through modern technical equipment
Which products belong to home technology?

Home technology includes, among others:

These systems form the basis for a functioning and energy-efficient home.

How do I find the right home technology for my home?

The right choice depends on various factors:

  • Apartment size and building type
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  • Heat pumps: high subsidies for replacing old heating systems
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What is a controlled domestic ventilation system and when is it worthwhile?

A controlled domestic ventilation system (KWL) automatically exchanges stale indoor air for fresh outdoor air, without any need to open windows. Systems with heat recovery use the warmth of the exhaust air to preheat the supply air, saving heating energy. A KWL is especially worthwhile in new builds and renovated buildings with an airtight envelope, for allergy sufferers (pollen filters) and to prevent mould caused by excessive humidity.

How often should air filters in ventilation systems be replaced?

As a rule of thumb: check filters every 3 to 6 months and replace them depending on how dirty they are, but no later than after 12 months. In environments with high dust or pollen levels, more frequent replacement can make sense. Dirty filters reduce air quality, increase energy consumption and strain the system. Suitable replacement filters of all classes, from bag & compact filters to fine-dust filters (ePM1), are available directly in our shop.

What is an air pressure switch and when is it mandatory?

An air pressure switch monitors the air pressure in rooms where a fireplace (e.g. a chimney or wood stove) is operated together with an extraction system (e.g. a range hood or ventilation system). It prevents dangerous negative pressure that could draw toxic flue gases into the living space. In many cases, the chimney sweep requires an air pressure switch with DIBt approval so that the joint operation of a fireplace and extraction system is permitted.

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