Wer eine neue Dunstabzugshaube aussucht, achtet meist auf Optik, Lautstärke und Absaugleistung. Ein Wert auf dem Energielabel wird dabei oft übersehen: die Fettabscheideklasse der Dunstabzugshaube. Sie verrät, wie viel Fett der Filter tatsächlich zurückhält, und entscheidet damit mit, ob sich Fettfilm auf Schränken, im Abluftrohr oder in einem Aktivkohlefilter festsetzt. In der Gastronomie spielt das Thema eine noch größere Rolle, dort geht es zusätzlich um Brandschutz.
In diesem Ratgeber erklären wir, was die Fettabscheideklassen A bis G bedeuten, welche Filterarten es gibt und wie Hauben in Gewerbeküchen nach DIN EN 16282-6 bewertet werden. Außerdem zeigen wir, wie Sie Fettfilter richtig pflegen, damit die Abscheidung im Alltag erhalten bleibt. Stand: Oktober 2026.
Was die Fettabscheideklasse einer Dunstabzugshaube aussagt
Haushalts-Dunstabzugshauben tragen seit 2015 ein EU-Energielabel nach der Verordnung (EU) Nr. 65/2014. Neben der Energieeffizienzklasse und dem Jahresstromverbrauch zeigt es die fluiddynamische Effizienz, also wie gut der Lüfter Strom in Luftförderung umsetzt, die Beleuchtungseffizienz, den Schallleistungspegel und eben den Fettabscheidegrad als Klasse von A bis G.
Der Fettabscheidegrad gibt in Prozent an, wie viel des beim Kochen freigesetzten Fetts im Filter hängen bleibt. Ermittelt wird er im Labor nach einem genormten Prüfverfahren mit sauberem Filter. Was der Filter nicht abscheidet, lagert sich im Gehäuse, im Ventilator und im Abluftrohr ab. Bei Umlufthauben trifft es den nachgeschalteten Aktivkohlefilter, der verklebt und Gerüche dann schlechter bindet. Für Hauben ist eine Umstellung auf das neue Energielabel angekündigt, ein verbindlicher Termin stand zuletzt noch nicht fest.
Fettabscheideklassen A bis G im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die Klassen mit den zugehörigen Spannen des Fettabscheidegrads, wie sie auf dem EU-Label verwendet werden. Die Werte sind gerundet.
| Fettabscheideklasse | Fettabscheidegrad | Einordnung |
|---|---|---|
| A | über 95 % | sehr gut |
| B | rund 85 bis 95 % | gut |
| C | rund 75 bis 85 % | mittel |
| D | rund 65 bis 75 % | mäßig |
| E bis G | unter 65 % | schwach |
Für eine Abluftlösung in einer Küche, in der regelmäßig gebraten wird, ist eine Haube der Klasse A oder B empfehlenswert. Bei Umluft lohnt sich eine hohe Klasse doppelt, weil sie die Lebensdauer der Aktivkohle verlängert. Bedenken Sie aber: Die Klasse beschreibt einen Laborwert. Im Alltag sinkt die Abscheidung, wenn der Filter voll ist, und eine Haube auf zu niedriger Stufe erfasst die Wrasen gar nicht erst vollständig.
Filterarten in der Haube: Metallgitter, Kassette, Randabsaugung
In Haushaltshauben sind mehrlagige Metallfettfilter aus Aluminium oder Edelstahl verbreitet. Die Luft strömt durch mehrere Lagen Streckmetall, Fetttröpfchen bleiben an den Lamellen hängen. Kassettenfilter mit Umlenkblechen, auch Baffle-Filter genannt, zwingen die Luft dagegen in enge Kurven. Die schweren Fetttropfen können der Strömung nicht folgen, prallen auf das Blech und laufen ab. Diese Bauart stammt aus der Gastronomie und setzt sich langsamer zu. Bei der Randabsaugung strömt die Luft durch einen schmalen Spalt am Rand einer Abdeckplatte, was die Geschwindigkeit erhöht und die Abscheidung verbessert.
Alle diese Filter arbeiten mit der Massenträgheit. Große Tropfen scheiden sie gut ab, sehr feine Aerosole dagegen kaum. Messungen in Gewerbeküchen, die das Prüfinstitut DMT in einer Fachinformation zusammengefasst hat, ergaben beim Grillen einen mittleren Aerosoldurchmesser von nur etwa 0,5 Mikrometern, beim Braten in der Pfanne von etwa 2 Mikrometern. Gerüche wiederum sind überwiegend gasförmig und lassen sich mit Fettfiltern gar nicht zurückhalten. Dafür braucht es Aktivkohle, mehr dazu im Ratgeber Aktivkohlefilter gegen Gerüche.
Gewerbeküche: Aerosolabscheider nach DIN EN 16282-6
Für Hauben in Gewerbeküchen gibt es kein Energielabel mit Fettabscheideklassen. Maßgeblich ist hier die DIN EN 16282-6, die Anforderungen an Aerosolabscheider festlegt und die frühere DIN 18869-5 abgelöst hat. Unterschieden werden zwei Bauarten. Abscheider der Bauart A haben eine Prüfung auf Flammendurchschlag bestanden: Ein Feuer unter der Haube darf nicht durch den Filter in den Abluftkanal schlagen. Abscheider der Bauart B sind nicht geprüft oder haben die Prüfung nicht bestanden.
Über Herden, Fritteusen, Grills und anderen thermischen Geräten sind deshalb nur Abscheider der Bauart A zulässig. Bauart B kommt allenfalls in Bereichen ohne Wärmequellen in Frage, etwa in der Spülküche. Details zur Pflicht lesen Sie im Ratgeber Flammenschutzfilter in Großküchen.
Abscheideleistung richtig vergleichen
Für die Abscheideleistung beschreibt die VDI 2052 Blatt 1 ein Verfahren zur Bestimmung des Fraktionsabscheidegrads. Er zeigt, wie gut ein Abscheider Partikel einer bestimmten Größe zurückhält. Fachleute raten, beim Anbieter gezielt nach dieser Kurve zu fragen, statt sich mit einem einzigen Gesamtwirkungsgrad zufriedenzugeben. Ebenso wichtig ist der Druckverlust, denn ein Abscheider mit sehr hoher Abscheidung bei hohem Widerstand braucht einen stärkeren Ventilator.
Fettfilter reinigen: So bleibt die Abscheidung erhalten
Ein verschmutzter Filter scheidet schlechter ab und bremst den Luftstrom. Metallfettfilter aus Haushaltshauben lassen sich meist in der Spülmaschine reinigen, das Intervall nennt der Hersteller in der Bedienungsanleitung. Viele Hauben zeigen die fällige Reinigung über eine Sättigungsanzeige an. Aluminiumfilter können sich in der Spülmaschine verfärben, das beeinträchtigt die Funktion aber nicht.
In Gewerbeküchen sieht die VDI 2052 eine tägliche Kontrolle der Hauben und Abscheider vor, gereinigt wird nach Bedarf, bei Fritteusen- und Grillbetrieb entsprechend häufig. Bewährt haben sich große Spülmaschinen oder Einweichbecken mit fettlösendem Reiniger. Setzen Sie die Filter danach in der vorgesehenen Richtung und Neigung wieder ein, damit das abgeschiedene Fett in die Auffangrinne läuft. Für sehr feine Aerosole bieten sich nachgeschaltete Elektrofilter an. Einen Überblick über die gesamte Küchenplanung gibt der Leitfaden Großküche planen.
Welcher Fettfilter passt wohin? Bauarten im Vergleich
Im Handel begegnen Ihnen sehr unterschiedliche Fettfilter. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Bauarten nach Einsatzbereich ein. Welche Abscheideleistung ein konkretes Modell erreicht und ob es auf Flammendurchschlag geprüft ist, steht im Datenblatt des Herstellers.
| Filterbauart | Prinzip | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Mehrlagiger Metallfettfilter | Streckmetall in mehreren Lagen | Haushaltshauben, Umlufthauben vor Aktivkohle |
| Kassetten- oder Baffle-Filter | Umlenkbleche, Fett prallt ab und läuft ab | Gastrohauben, hochwertige Haushaltshauben |
| Strick- oder Gestrickfilter | Gewirk aus Edelstahl- oder Aluminiumdraht | Vorabscheidung, Abluftreinigung, Geräte mit hoher Fettlast |
| Aerosolabscheider Bauart A | geprüft auf Flammendurchschlag nach DIN EN 16282-6 | über Herden, Fritteusen und Grills in Gewerbeküchen |
| Elektrofilter | elektrostatische Abscheidung feiner Partikel | nachgeschaltete Abluftreinigung, Geruchs- und Rauchminderung |
Ein Strickfilter aus Edelstahl lässt sich gut reinigen und eignet sich als Vorstufe, etwa vor Aktivkohle oder einer Abluftreinigung. Über thermischen Geräten in der Gewerbeküche entscheidet dagegen allein die geprüfte Bauart. Ob Ihr Betrieb überhaupt mit Umluft arbeiten darf, hängt von Geräten und Speisenangebot ab, mehr dazu im Ratgeber Abluft oder Umluft in der Gastroküche.
Achten Sie beim Nachkauf auf passende Maße und die richtige Einbaulage. Ein Filter, der nicht dicht im Rahmen sitzt, lässt Luft und Fett am Rand vorbeiströmen. Dann hilft auch eine gute Abscheideleistung wenig, weil ein Teil der Wrasen den Filter gar nicht passiert. Tauschen Sie verformte oder beschädigte Filter aus, statt sie weiter zu verwenden.
Für Haushaltshauben gilt eine einfache Regel: Verwenden Sie Ersatzfilter des Geräteherstellers oder ausdrücklich passende Nachbauten. Die Fettabscheideklasse auf dem Label wurde mit dem Originalfilter ermittelt, ein abweichender Filter kann die Abscheidung und den Luftstrom verändern. In Gewerbeküchen sollten Sie Ersatzabscheider nur mit Nachweis der Bauart A einsetzen und den Nachweis zu den Anlagenunterlagen nehmen.
Häufige Fragen
Welche Fettabscheideklasse sollte eine Umlufthaube haben?
Empfehlenswert ist Klasse A oder B. Je mehr Fett der Metallfilter zurückhält, desto länger bleibt der Aktivkohlefilter dahinter aufnahmefähig und desto seltener muss er gewechselt werden.
Gilt die Fettabscheideklasse auch für Gastrohauben?
Nein. Das EU-Energielabel betrifft Haushaltshauben. In Gewerbeküchen zählt die Bauart nach DIN EN 16282-6, über thermischen Geräten ist Bauart A gefordert.
Darf ich Haushaltsfettfilter in einer Gewerbeküche verwenden?
Das ist nicht zu empfehlen. Haushaltsfilter sind in der Regel nicht auf Flammendurchschlag geprüft und für die Fettmengen einer Gewerbeküche nicht ausgelegt.
Verbessert ein neuer Filter die Fettabscheideklasse?
Die Klasse ist ein Gerätewert und ändert sich nicht. Ein sauberer oder neuer Originalfilter sorgt aber dafür, dass die Haube ihre geprüfte Leistung im Alltag auch erreicht.
Fazit
Die Fettabscheideklasse auf dem Energielabel zeigt, wie viel Fett eine Haushalts-Dunstabzugshaube im Labor zurückhält. Klasse A oder B schützt Möbel, Abluftrohr und Aktivkohle spürbar besser als die unteren Klassen. In Gewerbeküchen gelten andere Maßstäbe: Dort entscheidet die Bauart A nach DIN EN 16282-6 über den Einsatz über Kochgeräten, ergänzt durch den Fraktionsabscheidegrad. In beiden Fällen hält nur ein regelmäßig gereinigter Filter, was die Prüfung verspricht. Hauben, Abscheider und Abluftreinigung für die Gewerbeküche finden Sie in unseren Kategorien Küchenabluft und Dunstabzug, InoxAir und Luftreiniger und Abluftreinigung.






























