Haustechnik-Herbstcheck: 10 Punkte vor der Heizsaison
Wenn die Nächte kühler werden, soll die Heizung nach Monaten Pause wieder zuverlässig anspringen. Genau dann zeigen sich kleine Mängel: gluckernde Heizkörper, ein zu niedriger Anlagendruck oder ein verstopfter Lüftungsfilter. Ein Haustechnik-Herbstcheck mit klarer Checkliste hilft Ihnen, solche Punkte rechtzeitig zu finden, bevor sie beim ersten Frost zum Ärgernis werden.
In diesem Ratgeber gehen wir zehn Prüfpunkte durch, die Sie vor der Heizsaison abarbeiten sollten: von Heizung und Lüftung über Wasserleitungen, Solarthermie und Wärmepumpe bis zu den Rauchwarnmeldern. Bei jedem Punkt erfahren Sie, was Sie selbst erledigen können und wann ein Fachbetrieb gefragt ist. Am Ende finden Sie eine Übersichtstabelle zum Abhaken.
Haustechnik-Checkliste im Herbst: Warum sich der Check lohnt
Über den Sommer stehen viele Anlagen still oder laufen nur für das Warmwasser. In dieser Zeit kann sich Luft im Heizkreis sammeln, Ventile setzen sich fest, und Filter nehmen Pollen und Staub auf. Im Oktober und November haben Heizungsbetriebe besonders viel zu tun. Ein früher Check verschafft Ihnen Zeit für Ersatzteile und Reparaturen.
Eine entlüftete, richtig eingestellte Heizung verteilt die Wärme gleichmäßig, ein sauberer Filter hält den Luftwechsel im Sollbereich. Die meisten Punkte kosten nur Zeit und einfaches Werkzeug.
Heizung startklar machen: Punkte 1 bis 5 im Herbstcheck
1. Anlagendruck am Manometer prüfen
Werfen Sie zuerst einen Blick auf das Manometer am Wärmeerzeuger. In vielen Einfamilienhäusern liegt der Sollbereich bei kalter Anlage etwa zwischen 1,0 und 1,5 bar, maßgeblich ist aber die Markierung am Manometer oder die Angabe Ihres Heizungsbauers. Ist der Druck deutlich zu niedrig, wird nach Anleitung Heizungswasser nachgefüllt. Sinkt er immer wieder ab, deutet das auf eine undichte Stelle oder ein defektes Ausdehnungsgefäß hin, das ein Fachbetrieb prüfen sollte.
2. Heizkörper entlüften
Gluckern und Heizkörper, die oben kalt bleiben, sind typische Zeichen für Luft im System. Mit einem Entlüftungsschlüssel lassen Sie die Luft ab, bis Wasser austritt, und kontrollieren danach erneut den Druck. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Heizung entlüften in 5 Minuten.
3. Heizkörper reinigen und freiräumen
Staub zwischen den Lamellen bremst die Wärmeabgabe und riecht beim ersten Aufheizen. Reinigen Sie die Heizkörper und räumen Sie Möbel und lange Vorhänge weg, damit die Luft frei zirkuliert.
4. Regelung und Thermostate kontrollieren
Stellen Sie die Heizung vom Sommer- auf den Winterbetrieb um und prüfen Sie Uhrzeit, Zeitprogramme und Absenkphasen. Drehen Sie jedes Thermostatventil einmal ganz auf und wieder zu, denn der Ventilstift kann nach Monaten ohne Bewegung festsitzen. Bleibt ein Heizkörper trotz geöffnetem Ventil kalt, lässt sich der Stift oft vorsichtig gangbar machen.
5. Wartung des Wärmeerzeugers einplanen
Gas- und Ölkessel, Pelletheizungen und Wärmepumpen profitieren von einer regelmäßigen Wartung durch einen Fachbetrieb. Dabei werden unter anderem Brenner, Abgaswege, Sicherheitseinrichtungen und Einstellwerte kontrolliert. Wer den Termin bereits im Sommer vereinbart hat, ist jetzt im Vorteil, mehr dazu im Ratgeber Heizungswartung im Sommer. Bei Feuerstätten kommt zudem der Schornsteinfeger zu den vorgeschriebenen Terminen. Vor dem ersten Feuer im Kaminofen lohnt ein Blick auf Türdichtung, Rauchrohr und Brennraum, verheizt wird nur trockenes, gut abgelagertes Holz.
Für Gebäude ab sechs Wohneinheiten gelten zusätzlich gesetzliche Prüfpflichten aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), wie das Gebäudeenergiegesetz seit Sommer 2026 heißt: Wasserführende Heizungen, die vor Oktober 2009 eingebaut wurden, müssen bis 30. September 2027 geprüft und optimiert werden, jüngere Anlagen nach 15 Betriebsjahren (§ 60b). Wärmepumpen, die seit 2024 eingebaut wurden, brauchen nach einer vollen Heizperiode, spätestens nach zwei Jahren, eine Betriebsprüfung, die ohne Fernüberwachung spätestens alle fünf Jahre wiederholt wird (§ 60a). Stand: Oktober 2026, verbindlich ist der Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de. Was zum hydraulischen Abgleich gilt, lesen Sie im Ratgeber Hydraulischer Abgleich 2026.
Lüftung und Raumluft: Punkte 6 und 7 der Herbst-Checkliste
6. Filter der Lüftungsanlage wechseln
Nach Sommer und Pollenflug sind die Filter einer Lüftungsanlage oft deutlich belegt. Ein verschmutzter Filter erhöht den Druckverlust, der Ventilator muss stärker arbeiten, und der Luftwechsel sinkt. Wechseln Sie die Filter nach den Vorgaben des Geräteherstellers, viele Geräte zeigen den fälligen Wechsel auch im Display an. Welche Intervalle für Filter, Wärmetauscher und Kondensatablauf gelten, zeigt unser Wartungsplan für die Lüftungsanlage. Passende Ersatzfilter finden Sie in der Kategorie Luftfilter.
7. Außenluftgitter, Kondensatablauf und Frostschutz prüfen
Laub, Spinnweben und verschmutzte Insektengitter können die Außenluft- und Fortluftöffnungen zusetzen. Bei Geräten mit Wärmerückgewinnung fällt im Winter Kondensat an. Siphon und Ablaufschlauch sollten deshalb gefüllt, frei und frostsicher verlegt sein, denn ein trockener Siphon lässt Luft durch, und das Wasser kann sich im Gerät stauen. Prüfen Sie außerdem, ob ein vorhandenes Vorheizregister oder die Frostschutzfunktion der Regelung aktiviert ist.
Wasser, Solarthermie und Wärmepumpe: Punkte 8 und 9
8. Außenwasserhahn und Leitungen frostsicher machen
Wasser, das in einer Leitung gefriert, dehnt sich aus und kann Rohre und Armaturen beschädigen. Sperren Sie Außenwasserhähne über das innen liegende Absperrventil ab, öffnen Sie den Hahn draußen und lassen Sie die Leitung leerlaufen. Kontrollieren Sie in Garage, Keller und Dachboden, ob Leitungen in unbeheizten Bereichen gedämmt sind. Bei der Gelegenheit lohnt ein Blick auf den Trinkwasserfilter hinter der Wasseruhr: Rückspülbare Filter sollen nach DIN EN 806-5 spätestens alle sechs Monate rückgespült werden.
9. Solarthermie und Wärmepumpe winterfest machen
Bei einer Solarthermieanlage schützt die Solarflüssigkeit, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, die Kollektoren vor dem Einfrieren. Mit den Jahren altert sie und kann an Schutzwirkung verlieren. Ein Fachbetrieb prüft Frostschutz und pH-Wert. Kontrollieren Sie zusätzlich am Regler, ob die Temperaturen plausibel angezeigt werden und keine Fehlermeldung vorliegt. Ersatzgeräte finden Sie unter Solarregler.
Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gehört das Außengerät auf die Liste. Laub und Pflanzen vor dem Verdampfer behindern den Luftstrom, und der Kondensatablauf muss bei Frost frei bleiben, sonst bildet sich Eis unter dem Gerät.
Sicherheit und Übersicht: Punkt 10 und die Checkliste zum Abhaken
10. Rauch- und CO-Warnmelder testen
In allen Bundesländern gilt für Wohnungen eine Rauchwarnmelderpflicht, wer die Melder einbauen und prüfen muss, regelt die jeweilige Landesbauordnung. Drücken Sie die Prüftaste jedes Melders und tauschen Sie schwache Batterien aus. In Räumen mit Feuerstätten, etwa mit Kaminofen oder Gastherme, ist ein Kohlenmonoxid-Warnmelder eine sinnvolle Ergänzung, denn das Gas ist geruchlos.
| Punkt | Was prüfen | Wer erledigt es |
|---|---|---|
| 1. Anlagendruck | Manometer im Sollbereich | Selbst, Nachfüllen nach Anleitung |
| 2. Entlüften | Gluckern, kalte Stellen | Selbst |
| 3. Heizkörper | Staub, Möbel, Vorhänge | Selbst |
| 4. Regelung | Winterbetrieb, Zeitprogramm, Ventile | Selbst |
| 5. Wärmeerzeuger | Wartung, Abgaswege | Fachbetrieb, Schornsteinfeger |
| 6. Lüftungsfilter | Verschmutzung, Wechselanzeige | Selbst |
| 7. Außenluft und Kondensat | Gitter, Siphon, Frostschutz | Selbst, bei Störung Fachbetrieb |
| 8. Wasserleitungen | Außenhahn, Dämmung, Filter | Selbst |
| 9. Solar und Wärmepumpe | Frostschutz, Außengerät | Fachbetrieb und selbst |
| 10. Warnmelder | Prüftaste, Batterie | Selbst |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Herbstcheck?
Ideal ist die Zeit, bevor die Heizung dauerhaft läuft, in vielen Regionen also September bis Mitte Oktober. Dann bleibt Spielraum für Ersatzteile oder einen Fachbetrieb.
Wie oft sollte ich die Heizkörper entlüften?
Eine feste Regel gibt es nicht. Ein Durchgang zu Beginn der Heizsaison reicht meist, zusätzlich immer dann, wenn es gluckert oder ein Heizkörper oben kalt bleibt. Müssen Sie sehr häufig entlüften, sollte ein Fachbetrieb nach der Ursache suchen.
Muss die Lüftungsanlage im Winter durchlaufen?
Ja, eine Wohnungslüftung ist für den Dauerbetrieb ausgelegt. Wird sie abgeschaltet, steigt die Raumfeuchte, und gerade in dichten Gebäuden wächst das Risiko für Schimmel. Bei Abwesenheit reduzieren Sie besser die Lüftungsstufe, statt das Gerät auszuschalten.
Kann ich die Heizungswartung selbst übernehmen?
Einfache Arbeiten wie Entlüften, Druck prüfen und Heizkörper reinigen können Sie selbst erledigen. Eingriffe am Brenner, an Gasleitungen, an der Abgasführung oder am Kältekreis einer Wärmepumpe gehören dagegen immer in die Hand eines Fachbetriebs, weil hier Sicherheit und Herstellervorgaben im Vordergrund stehen.
Fazit
Ein Haustechnik-Herbstcheck dauert meist nur einen Nachmittag und erspart Ihnen im Winter viele unangenehme Überraschungen. Die wichtigsten Punkte sind Anlagendruck, Entlüftung und Regelung der Heizung, saubere Filter in der Lüftungsanlage und frostsichere Wasserleitungen. Solarthermie und Wärmepumpe brauchen einen kurzen Blick auf Frostschutz und Außengerät, die Warnmelder einen Druck auf die Prüftaste. Ersatzfilter finden Sie in unserer Kategorie Luftfilter, Zubehör für Ihre Heizung unter Heizung und passende Dichtungen in Dichtungen und Zubehör.













