Thermostat richtig einstellen: Was die Zahlen wirklich bedeuten
Fast jeder dreht im Winter am Heizungsthermostat, doch kaum jemand weiß, was die Zahlen 1 bis 5 eigentlich bedeuten. Wer die Thermostat-Zahlen und ihre Bedeutung kennt, heizt gezielter, spart bares Geld und vermeidet den größten Irrtum: dass die Wohnung bei voll aufgedrehtem Regler schneller warm wird. Genau das stimmt nämlich nicht.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, welche Temperatur hinter jeder Stufe steckt, was die kleinen Symbole wie Sternchen, Sonne und Mond bedeuten und wie Sie mit der richtigen Einstellung spürbar Heizkosten sparen. So holen Sie das Beste aus Ihrer Heizung heraus.
Was die Zahlen 1 bis 5 bedeuten
Die Zahlen auf dem Thermostat stehen nicht für eine Heizstärke, sondern für eine Zieltemperatur im Raum. Jede Stufe entspricht etwa vier Grad Celsius. Das Spektrum reicht von rund 12 Grad bei Stufe 1 bis etwa 28 Grad bei Stufe 5. Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung:
| Stufe | Raumtemperatur (ca.) |
|---|---|
| Sternchen (Frostschutz) | ca. 5 °C |
| Stufe 1 | ca. 12 °C |
| Stufe 2 | ca. 16 °C |
| Stufe 3 | ca. 20 °C |
| Stufe 4 | ca. 24 °C |
| Stufe 5 | ca. 28 °C |
Das Thermostat regelt selbstständig: Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, drosselt es die Wärmezufuhr. Stufe 3 ist deshalb für die meisten Wohnräume die richtige Wahl, denn sie entspricht angenehmen 20 Grad.
Der größte Irrtum: Voll aufdrehen wird schneller warm
Der häufigste Denkfehler beim Heizen: Wer schnell Wärme möchte, dreht das Thermostat auf Stufe 5. Das bringt jedoch nichts. Ein Thermostat regelt die Zieltemperatur, nicht die Geschwindigkeit. Auf Stufe 5 wird der Raum nicht schneller warm, sondern der Heizkörper heizt einfach länger, weit über die gewünschte Temperatur hinaus, bis er die maximalen 28 Grad erreicht.
Die Folge ist eine überheizte Wohnung und ein unnötig hoher Verbrauch. Sinnvoller ist es, gleich die passende Stufe einzustellen und der Heizung Zeit zu geben. Die Wärme kommt bei Stufe 3 genauso schnell wie bei Stufe 5, nur eben mit dem richtigen Endwert. Bleibt der Heizkörper trotzdem oben kalt, hilft oft das Entlüften, wie in unserem Ratgeber Heizung entlüften in 5 Minuten beschrieben.
Striche und Symbole: Sternchen, Sonne und Mond
Neben den Zahlen finden sich auf vielen Thermostaten weitere Markierungen. Zwischen den Ziffern liegen meist drei kleine Striche, die jeweils die Ein-Grad-Schritte zwischen den Stufen abbilden. So können Sie die Temperatur noch feiner einstellen.
Unterhalb der Stufe 1 sitzt häufig ein Sternchen- oder Schneeflockensymbol. Es steht für den Frostschutz: In dieser Stellung springt die Heizung erst an, wenn die Temperatur unter etwa fünf Grad fällt. Das schützt die Leitungen vor dem Einfrieren, etwa in einem selten genutzten Raum. Manche Regler zeigen zusätzlich eine Sonne als Grundeinstellung für rund 20 Grad und einen Mond für die nächtliche Absenkung auf etwa 14 Grad.
Die richtige Temperatur je Raum
Nicht jeder Raum braucht die gleiche Temperatur. Wer gezielt einstellt, wohnt komfortabel und spart zugleich. Diese Richtwerte haben sich bewährt:
| Raum | Temperatur | Stufe |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 20 bis 22 °C | 3 bis 4 |
| Schlafzimmer | 16 bis 18 °C | 2 bis 3 |
| Badezimmer | 22 bis 24 °C | 3 bis 4 |
| Küche | 18 bis 20 °C | 2 bis 3 |
| Flur | 16 bis 18 °C | 2 |
Räume, die Sie kaum nutzen, müssen nicht voll beheizt werden. Drehen Sie sie aber nie ganz ab, denn ausgekühlte Räume ziehen Feuchtigkeit und begünstigen Schimmel. Die Frostschutzstellung oder Stufe 1 bis 2 ist hier ein guter Kompromiss.
So sparen Sie mit dem Thermostat richtig
Das größte Sparpotenzial steckt in der Raumtemperatur selbst. Schon ein Grad weniger senkt die Heizkosten um bis zu sechs Prozent. Wer also von 22 auf 21 Grad heruntergeht, merkt das kaum, spart aber spürbar. Nutzen Sie außerdem die nächtliche Absenkung: In den Schlafstunden reichen 16 bis 18 Grad völlig aus.
Noch komfortabler wird es mit programmierbaren Thermostaten, die die Temperatur automatisch nach Tageszeit steuern. So ist es morgens im Bad warm und tagsüber bei Abwesenheit kühler, ganz ohne tägliches Nachregeln. Passende Thermostate und Heizungszubehör finden Sie in unserer Kategorie Zubehör und Ersatzteile. Weitere Sparideen liefert unser Beitrag 10 Tipps für mehr Energieeinsparung.
Klassisch, digital oder smart: welches Thermostat passt?
Das gute alte Drehthermostat mit den Zahlen 1 bis 5 erfüllt seinen Zweck zuverlässig, hat aber einen Nachteil: Sie müssen jede Änderung von Hand vornehmen. Wer morgens im kalten Bad steht oder abends eine überheizte Wohnung vorfindet, kennt das Problem. Hier setzen digitale und smarte Thermostate an.
Ein programmierbares Thermostat senkt die Temperatur automatisch nachts oder bei Abwesenheit und heizt rechtzeitig wieder hoch. Smarte Modelle lassen sich zusätzlich per App steuern und erkennen zum Teil sogar, ob ein Fenster geöffnet ist, um dann kurz herunterzuregeln. Der Umstieg ist meist unkompliziert, denn die Thermostatköpfe passen auf die gängigen Ventile und sind in wenigen Minuten getauscht. Angesichts der Einsparungen von bis zu sechs Prozent je Grad amortisiert sich die kleine Investition oft schon in einer Heizsaison. Wer ohnehin über eine Modernisierung nachdenkt, findet hier einen einfachen Einstieg in mehr Effizienz.
Häufige Fragen
Welche Thermostat-Stufe entspricht 20 Grad?
Stufe 3 steht für rund 20 Grad und ist damit die ideale Grundeinstellung für Wohnräume. Für ein Grad mehr oder weniger nutzen Sie die Striche zwischen den Zahlen.
Wird es auf Stufe 5 schneller warm?
Nein. Der Heizkörper wird nicht schneller warm, sondern heizt nur länger auf bis zu 28 Grad. Das überhitzt den Raum und verschwendet Energie. Stellen Sie gleich die gewünschte Stufe ein.
Was bedeutet das Sternchen auf dem Thermostat?
Das Sternchen steht für den Frostschutz. In dieser Stellung heizt der Heizkörper nur, wenn die Temperatur unter etwa fünf Grad sinkt, und schützt so die Leitungen vor dem Einfrieren.
Sollte ich ungenutzte Räume ganz abdrehen?
Besser nicht. Vollständig ausgekühlte Räume neigen zu Feuchtigkeit und Schimmel. Stellen Sie stattdessen Stufe 1 bis 2 oder die Frostschutzstellung ein.
Fazit
Die Zahlen auf dem Thermostat sind keine Heizstärke, sondern feste Zieltemperaturen: Stufe 3 bedeutet rund 20 Grad und ist für die meisten Räume ideal. Wer weiß, dass voll aufdrehen die Wohnung nicht schneller warm macht, heizt gezielter und vermeidet unnötige Kosten. Mit den richtigen Temperaturen je Raum, der nächtlichen Absenkung und einem programmierbaren Thermostat sparen Sie deutlich, ohne auf Komfort zu verzichten. Schon ein Grad weniger macht bis zu sechs Prozent aus. Passende Thermostate, Heizungszubehör und Ersatzteile finden Sie in unserem Shop unter Heizung.













